Frühes 1:0 wird durch Köln-Marathon zum 0:0 (!) ausgeglichen: KKS 2 – Beuel 1 endet 3,5:3,5

Beim Wettkampf am 2.10. begegneten sich unser Neuzugang Max und Christoph zum  ersten Mal. Ich stellte Christoph als alten Haudegen vor, was er relativierte. Eventuell alt, aber Hauen und Degen eher nicht. Nehmen wir das für den Augenblick einfach mal so hin.

Unsere Gegner hatten mit dem unglücklichen Termin vor dem Feiertag zu kämpfen, der ihnen für ihre Verhältnisse ungewohnte Aufstellungssorgen bescherte. Gewöhnlich kommt man mit den neun gemeldeten Spielern aus, aber dieses Mal mussten gleich zwei Spieler aus der 2. Mannschaft ran und überdies konnte ein Brett nicht besetzt werden. Das zweifelhafte Glück eines kampflosen Punktes traf Wolfgang an Brett 6. Aber wo war Wolfgang? Nun gut, der Wettkampf begann. Die Minuten verstrichen, die ersten Züge wurden ausgeführt, die Partien nahmen allmählich Konturen an. Und dann kam Wolfgang. Leider war es da schon 11.32 Uhr, die 30 Minuten Karenzzeit waren knapp überschritten. Frühzeitig mit dem Auto losgefahren, hatte er sich in den Wirren des Marathons hoffnungslos verfranst, das Auto irgendwann abgestellt und sich zu Fuß auf den Weg gemacht, aber es hat nicht mehr gereicht.

An allen Brettern ging es einigermaßen ruhig zu, in Summe vielleicht etwas günstiger für uns. Eine Ausnahme bildete unser friedfertiger Christoph. An seinem Brett brannte die Luft. Er hatte mit Schwarz einen Königsinder der brutalen Sorte erreicht. Zwar hatte er vor dem eigenen König keinen schützenden Bauern mehr, weiße Dame, Turm, Springer und Bauer hingegen waren in Reichweite, was die Kiebitze schnell mal nervös werden lässt, aber die Lagebeurteilung war goldrichtig: Nach wie vor zählt in jeder Partie nur das erste Matt. Christoph war das entscheidende Tempo schneller, für den weißen König gab es kein Entrinnen, 1:0 für uns. Mir stellte sich danach nur die bange Frage: Was mag erst abgehen, wenn er doch mal mit dem Degen um sich haut?

 

Nun sah es ziemlich rosig aus. Schlechter standen wir nach meiner Einschätzung nirgends, kleine Vorteile hatten sich Martin S., Max und Kurt erarbeitet, bei Jörg und Martin M. war die Stellung wohl im Gleichgewicht und ich fühlte mich recht wohl, insbesondere, als mich mein Gegner zu einem beabsichtigten Opfer förmlich zwang. Leider wollte ich dann besonders schlau sein und sah einen Mattangriff, den ich der solideren Fortsetzung vorzog. Meine Rechnung hatte aber ein Loch und ich durfte mit Minusfigur um ein Remis kämpfen. Das erreichte ich dann auch unverhofft einfach, nachdem mein Gegner Dauerschach zuließ.

Mittlerweile hatte Kurt irgendwas übersehen, was seine gute Stellung ruinierte und ihn zur Aufgabe zwang. Martin M. hingegen steuerte in ein sicheres Remis, 2:2 nach deutlich über 3 Stunden. Nur an den ersten drei Brettern war noch nicht Feierabend. Jörgs Gegner hatte einen Bauern erobert, aber im entstandenen Damenendspiel gab es noch Hoffnung auf ein Remis. Viel besser sah es hingegen bei Martin S. aus. Er hatte klares Übergewicht erlangt. Nicht ganz so klar, aber doch die bessere Stellung hatte Max, der einen d-Isolani mit Dame, Turm und Springer belagerte und die gegnerischen Figuren zu Verteidigungsaufgaben zwang. Dabei war auch noch sein Springer dem weißen Läufer überlegen.

So ging es dann eine Weile weiter. An Brett 1 zeigte der Beueler Spieler großes Geschick in der Behandlung des Endspiels und konnte den Mehrbauern zum Sieg verwerten. 2:3 aus unserer Sicht und erste Sorgen kamen auf, dass es nach gutem Beginn doch noch eine Niederlage setzen könnte. Zwar baute Martin in seinem ersten Spiel nach der Rückkehr zum KKS zielstrebig seinen Vorteil aus und stellte die Weichen in Richtung eines gewonnenen Turmendspiels, aber Max geriet plötzlich durch sehr gut gesetzte Nadelstiche seines Gegners stark unter Druck. Indessen führte Martin sein Endspiel nun souverän zum Sieg und erzielte damit wieder den Ausgleich.

Weiterhin sehr spannend blieb es in der letzten verbliebenen Partie. Weiß wandelte sein Gegenspiel in einen Stellungsvorteil und schließlich in eine Mehrfigur um. Allerdings war die Materialkonstellation eindeutig remislich: Weiß hatte noch Dame und Läufer, Max noch die Dame. Ein paar Züge lang versuchte Max‘ Gegner noch, durch Schachgebote einen Fehler zu provozieren, aber Max weigerte sich hartnäckig, seinen König auf die Läuferfarbe zu stellen. Nachdem das klar war, bot der Gegner die Punkteteilung an und wir landeten beim Endstand von 3,5:3,5.

Wenn man so will, haben wir bei Beuel ein paar Schulden aus der letzten Saison beglichen. Das 4:4 vor fast genau einem Jahr war damals für uns sehr glücklich. Allerdings ist das nur ein schwacher Trost, heute mussten wir, in erster Linie ich, mehr aus unseren Chancen machen. Trotzdem: Punkt ist Punkt und Beuel war auch ersatzgeschwächt ein ebenbürdiger Gegner.

Peter Graf

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