„also Fußball spielen könnte ich nicht. Aber eine Schachpartie sollte gehen.“ – KKS 2 gewinnt 5:3 gegen Dormagen

Mit diesen Worten von Udo war am Samstag klar, dass ich unsere schon vor Wochen festgeklopfte Aufstellung nicht mehr ändern musste. Es ging im direkten Vergleich darum, einen Konkurrenten um den Klassenerhalt auf Abstand zu halten und ich konnte glücklicherweise fast aus dem Vollen schöpfen.

Das erste Problem in diesem Wettkampf bekamen unsere Gäste schon nach wenigen Minuten, leider abseits der hölzernen Klötzchen. Brett 7 wollte nicht auftauchen. Das änderte sich auch bis etwa 11.45 Uhr nicht, was wegen der unglücklich knappen Karenzzeit von 30 Minuten unserem eigens aus Karlsruhe angereisten Schachfreund Alex das überaus zweifelhafte Vergnügen eines kampflosen Sieges bereitete. Sein Gegner wurde durch eine Reifenpanne aufgehalten.

Mit dem frühen 1:0 im Rücken ließ es sich natürlich rühiger aufbauen. Nach etwa 1 1/2 Stunden hatte Udo eine sehr schöne Angriffstellung erreicht, Martin M. stand sehr aktiv, Christoph hatte klar die besseren Aussichten und Kurt war mit Schwarz auf dem Weg zu seinem bevorzugten Stellungstyp. Jochen und Max standen ausgeglichen, wobei es bei Max etwas zweischneidig aussah. Martin S. wurde ein Remis angeboten, was er mangels erkennbarer Gefahr für sich ablehnte.

Nach knapp 2 Stunden krachte es an Brett 6, Udo opferte vielversprechend auf f7 einen Läufer. Für den Kiebitz an sich war klar – das war’s. Mittlerweile hatte Kurt seinen Gegner auf dem Damenflügel in Probleme gestürzt, nachdem er vorher das Zentrum schon fest in Besitz genommen hatte. Diese Probleme mündeten in ein verübergehendes Damenopfer, das bei Annahme sofort zum Matt geführt hätte – 2:0. Alles sah super aus, wir standen nirgends schlechter. Logische Konsequenz war das Remis von Martin S. in einer Stellung in der es nun wirklich nichts zum Knabbern gab, 2,5:0,5. Jochen geriet am Damenflügel etwas unter Druck, hatte aber in den anderen Brettabschnitten hinreichend Gegenspiel. Zwar musste Max mit einem d-Isolani klarkommen, sein Figurenspiel schien aber das Gleichgewicht zu halten. Derweil hatte Christoph ein Mittelspiel mit allen Schwerfiguren plus starkem Springer gegen verheerend schlechten Läufer erreicht. Zwischenzeitlich konnte Martin M. seinem Gegner zunächst einen, dann zwei Bauern herausschrauben und besaß zudem die bessere Bauernstruktur. Einzig der gegnerische Läufer auf der langen Diagonalen war etwas, aber auch nicht übertrieben lästig. Neuhochdeutsch: +-. Ferner stand Udo nach seinem Opfer offenbar ebenfalls auf Gewinn. Die Sache schien gelaufen.

Allerdings verlor Max nun seinen isolierten Bauern und beim taktischen Versuch, ihn sich zurückzuholen war plötzlich wegen eines Grundreihenproblems der Läufer weg, Anschlusstreffer des Gegners, nur noch 2,5:1,5. Da die weiße Phalanx an 4, 6 und 8 recht klar auf Gewinn stand, nahm Jochen in komplizierter Stellung trotzdem das Remisangebot seines Gegners an. 3 Stunden waren um, es stand 3:2 für uns. Jedoch hatte sich Udo inzwischen für einen zwar optisch schönen, aber letztlich nicht durchschlagenden Zug entschieden. Das Ende vom Lied war eine Minusqualle, wobei der Gegner sich allerdings nicht so richtig bewegen konnte und zudem ein sehr weit vorgerückter Freibauer die schwarzen Sorgen verstärkte. Aber: Der Gewinn war ein wenig in die Ferne gerückt. Hingegen zog Christoph die Sache knochentrocken durch. Der Springer freute sich über die Löcher, die der gegnerische Läufer auf der falschen Farbe nicht stopfen konnte. Der Gegner warf schließlich in trostloser Stellung das Handtuch, ohne ein Abzugschach mit mehreren hässlichen Spielarten abzuwarten. 4:2, der alte Abstand war nach 3 1/4 Stunden wiederhergestellt.

Ernsthafte Sorgen musste man nun nicht mehr haben, auch wenn sich der Vorteil von Martin M. nach einem Bauernverlust etwas verflüchtigte und man bei Udo ein Wechselbad der Gefühle erleben durfte. Letztendlich mündete dieser Schlagabtausch in einem Remis, das gleichzeitig den Gesamtsieg bedeutete. Allerdings übersah der Gegner kurz vor Schluss eine kleine Feinheit, die für ihn sogar noch den Gewinn bedeutet hätte. Das hätte allerdings auch nichts an den beiden Mannschaftspunkten geändert, die so oder so in Köln geblieben wären. Martin M. versuchte noch so einiges, um das Torverhältnis weiter aufzubessern, was aber wegen des starken gegnerischen Läufers nicht mehr gelang.

Am Ende stand es also 5:3 für uns, ein ausgesprochen wichtiger Sieg, weil die Luft in dieser Klasse deutlich dünner ist, als es in der letzten Saison der Fall war. Wir spielen ganz klar um den Klassenerhalt und folglich war das heute nach den unglücklichen Auftritten in Aachen ein echter Befreiungsschlag.

Peter Graf

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2 Antworten zu „also Fußball spielen könnte ich nicht. Aber eine Schachpartie sollte gehen.“ – KKS 2 gewinnt 5:3 gegen Dormagen

  1. Udo Moerschbach schreibt:

    Zum Zitat in der Überschrift ist anzumerken, dass die Unmöglichkeit Fußball zu spielen krankheitsbedingt war: Sonntag war für mich Tag 5 im Rahmen der 10-tägigen Einnahme eines starken Antibiotikums zwecks Bekämpfung einer Entzündung. Ohne diesen Kontext ist die Aussage kaum zu verstehen.

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