Dritter Sieg in Folge – KKS2 gewinnt gegen Godesberg 2 mit 4,5:3,5

Am vergangenen Sonntag fand ein weiteres Schlüsselspiel um den Klassenerhalt statt. Zu Gast war die im bisherigen Saisonverlauf unerwartet stark gebeutelte 2. Mannschaft des Godesberger SK. Die Ausgangslage war optisch günstiger für uns. Wir hatten 5 Punkte auf dem Konto, die Godesberger erst deren 2. Allerdings hatten wir auch schon einen Kampf mehr auf dem Buckel. Bei einer Niederlage hätte uns Godesberg im weiteren Saisonverlauf aus eigener Kraft überholen können. Wir hätten wieder ganz tief im Schlamassel gesteckt. Das galt für unsere Gegner natürlich in noch stärkerem Maße. Ein Verharren auf 2 Punkten würde den Klassenerhalt in weite Ferne rücken. Die Sache war klar, beide mussten gewinnen.

Die Aufstellungen der beiden Teams entsprach der Bedeutung der Begegnung: Beide fast in nomineller Bestbesetzung. Für mich hieß das, dass ich mich voll auf den Posten des Mannschaftsführers konzentrieren konnte. Nachdem sich trotz des Eisregens alle Beteiligten unfallfrei, zumindest unverletzt, im Spiellokal eingefunden hatten ging es trotz freundschaftlicher Atmosphäre sehr verbissen zur Sache. An den Brettern 1 und 2 war es von Beginn an sehr zweischneidig, alle 4 Spieler marschierten am Abgrund entlang. Die übrigen Partien verliefen etwas ruhiger, aber trotzdem ausgesprochen spannend. Nach 2 Stunden konnte man noch keinerlei Prognose abgeben: 1 und 2 unklar, Christoph und Alex gefühlt etwas besser, ansonsten in etwa ausgeglichene, von Positionskampf geprägte Mittelspiele.

Dann kippte die Sache aus unserer Sicht ein wenig. Jörgs Stellung wurde sehr unangenehm, zumindest war sie nicht nach meinem Geschmack. Martin S. konnte nichts gegen ein drohendes Turmopfer mit anschließendem Dauerschach unternehmen. Zu unserem Glück ließ der Gegner diese Chance aus, weil er seine Aussichten bei Fortsetzung der Partie als günstiger einschätzte.  Klare Vorteile hatten wir hingegen an keinem Brett. Hinzu kam, dass sich Martin M. mit einer Erkältung abplagte und er deshalb eigentlich ein möglichst schnelles Remis anstrebte. Mit Blick auf die Gesamtsituation ließ er diese Überlegung aber sausen und verwickelte die Stellung.

Eine Bestandsaufnahme an den anderen Brettern ergab folgendes Bild: In seiner 5. Schwarzpartie im 5. KKS-Einsatz konterte Max den Angriffsversuch seines Gegners auf dem Königsflügel ungerührt mit Gegenspiel im Zentrum. Kurt musste seinen Isolani auf d5 verteidigen, was allerdings gut machbar erschien. Sorgen waren hier definitiv nicht angebracht. Bei Alex verdichtete sich das „Positionsgeschiebe“ allmählich zu einem Angriff auf dem Königsflügel. Udo hatte in einem Italiener mit Schwarz eine reichlich verkantete Bauernstruktur erreicht, in der scheinbar keinem der Kontrahenten Gefahr drohte. Allenfalls die wechselseitigen Rochaden hielten etwas Spannung aufrecht. Christoph hatte einen kleinen Vorteil, weil der gegnerische Lc8 hinter seinen Bauern ein ziemlich bedeutungsloses Dasein fristete, aber mehr als ein wenig Raumvorteil war da wohl nicht. So endete allmählich die 3. Stunde.

Für Martin M. hatte sich die Verkomplizierung der Stellung ausgezahlt. Er hatte 2 Bauern herausgeholt, allerdings bei noch etwas unsicherer Königsstellung. Martin S. bot sich endlich die Gelegenheit, gegen den im Zentrum verbliebenen gegnerischen König aussichtsreich eine Figur ins Geschäft zu stecken. Wer Martin kennt, der weiß, dass er sich diese Gelegenheit nicht entgehen lässt.  Jörg hatte zwischenzeitlich eine Qualität weniger, sie aber mittels der besseren Figurenaktivität forciert zurückgeholt. Allerdings sah das etwas später daraus entstandene Springerendspiel verdächtig aus. Nach 3 ½ Stunden war diese Partie denn auch beendet. Jörgs Gegner konnte das Endspiel zielstrebig gewinnen, 0:1. Immerhin standen beide Martins inzwischen glasklar besser, Alex griff den schwarzen König massiv an und die Gegenwehr litt unter erheblichem Platzmangel. Optimismus war also durchaus angebracht.

Max wurde etwas später ein Remis angeboten, das er nach Rückfrage bei mir annahm. Ebenfalls Remis wurde bei Kurt vereinbart. Bei Christoph gab es nur zwei Möglichkeiten: Friedensschluss oder Krawall, letzteres mit äußerst unklaren Folgen. Da ich inzwischen fest mit Siegen an den Brettern 2, 4 und 6 rechnete, wollte ich Unwägbarkeiten möglichst vermeiden und war mit einem Remis bei ihm zufrieden.  Leider schlug dann plötzlich bei Udo ein scheinbar aus dem Nichts schön vorgetragener Angriff des Gegners durch und es stand 1,5:3,5 aus unserer Sicht.

Ernsthaft nervös wurde ich trotzdem nicht, zu klar war der Trend bei den verbliebenen Partien. Offenbar wussten beide Martins und Alex haargenau, wo das gegnerische Tor stand und spielten sehr zielstrebig. Martin S. hatte mittlerweile alle (!) gegnerischen Bauern eingesammelt und besaß schon 4 Bauern für die Figur. Viel entscheidender war jedoch, dass 3 Schwerfiguren und ein Monsterläufer auf den armen König auf d8 zielten, der nur noch notdürftig von den schwarzen Figuren verteidigt werden konnte, die sich zudem mehr und mehr gegenseitig im Weg standen bzw. gefesselt waren. Hinzu kam noch große Zeitnot des Gegners, der Anschlusstreffer ließ zwangsläufig nicht mehr lange auf sich warten, nur noch 2,5:3,5.

Bei Martin M. hatten sich die Mehrbauern in eine Mehrfigur verwandelt. Seine Königsstellung war zwar immer noch etwas offen, wurde aber von den Figuren souverän verteidigt. Und dann war da noch Alex. Er hatte zwar „nur“ 2 Bauern und Turm für 2 Figuren, aber in welcher Stellung. Die schwarze Königsstellung war völlig zertrümmert und alle weißen Figuren nahmen am Angriff teil, unterstützt von einem weißen Bauern auf h6. Diese Gesamtkonstellation ermöglichte ihm, die Partie mit einem Hammerzug für die Galerie zu beenden, Ausgleich zum 3,5:3,5. Nun war es Martin vorbehalten, den Sieg mit Umsicht nach Hause zu fahren: Hier ein Figurenabtausch, da eine Drohung, immer schön gegnerische Schachgebote verhindern und den Freibauern auf der a-Linie flitzen lassen.  Nach 4 ½ Stunden war die Sache gelaufen, der Gegner gab auf.  Damit war uns in dieser Saison etwas gelungen, worauf wir etliche Jahre warten mussten, nämlich ein Sieg unserer 2. Mannschaft gegen beide Godesberger Teams.

Der Sieg war vielleicht etwas glücklich, angesichts des ausgelassenen Dauerschachs. Da dies aber absichtlich geschah, um evtl. mehr herauszuholen, kann man nicht von unverdient sprechen, zumal zum fraglichen Zeitpunkt noch alles offen war.

Mit nunmehr 7 Punkten stehen wir ziemlich sicher da, zumal wir gegen alle 3 Kontrahenten gewonnen haben, die derzeit die Abstiegsplätze belegen. Allerdings haben wir auch noch ein sehr hartes Restprogramm vor uns: Siegburg, Langenfeld und Lasker, bevor die Saison mit dem Heimspiel gegen Porz endet. Gemütliches Zurücklehnen sollten wir uns also noch eine Weile verkneifen.

krauth_weiler_weiss-am-zug-gewinntHier noch ein kleines Fragment aus dem Mannschaftskampf: Weiß zieht und gewinnt.

Peter Graf

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