Showdown im Naturfreundehaus – Punkteteilung zwischen KKS 2 und Porz 3

Der letzte Spieltag der Saison 2016/17 wurde für uns noch einmal richtig spannend. Wir wähnten uns bereits in Sicherheit, da wir in der Runde vom 9. April in unserer Zuschauerrolle einen komfortablen 4-Punkte-Vorsprung vor Godesberg 2 und Porz 3 hatten. Porz 3 hatte mit Lasker einen schweren Brocken vor sich und Godesberg 2 musste zur prominent besetzten 3. Mannschaft von DJK Aachen reisen. Ein einziger Punktverlust unserer Kontrahenten hätte uns einen entspannten und sonnigen 30. April beschert. Doch Porz siegte unter Einsatz starker Nachwuchsspieler gegen die nominell favorisierte Lasker-Mannschaft und Aachen leistete sich eine ebenso peinliche, wie wettbewerbsverzerrende kampflose Heimniederlage gegen Godesberg. Bei 29 gemeldeten Spielern und einer ganzen Reihe von für die Regionalliga durchaus geeigneten Mitgliedern weiterer Mannschaften war das doch eine etwas befremdliche und unsportliche Geschichte. Ohne in langwierige Details (3er-Vergleich, 4er-Vergleich, wenn und aber) gehen zu wollen, waren wir wieder mitten im Abstiegskampf und das einzige realistische Szenario war: Porz oder wir. Wir benötigten ein 4:4, Porz musste gewinnen.

Allerdings war das auch ein Weckruf für unsere Mannschaft. Bereits kurz danach stand unsere Aufstellung fest. Ich fand mich zum 3. Mal in der Zuschauerrolle wieder, was bisher immer den Mannschaftssieg zur Folge hatte. Ein flaues Gefühl blieb trotzdem, so knapp war es seit unserem Aufstieg noch nie.

Unser Spiellokal war randvoll, an den Tischen neben uns wollte unsere 3. Mannschaft gegen Satranc 2 die Tabellenführung im Kampf um den Aufstieg in die Verbandsliga verteidigen. Es war also geballte Rechenleistung anwesend.

Allen Beteiligten war klar, dass jeder Fehltritt das Aus für die Mannschaft bedeuten konnte. Entsprechend vorsichtig wurden die Partien angelegt. Nach einer Stunde war noch nicht viel erkennbar, eventuell hatten wir über alle Bretter gesehen einen kleinen Vorteil, der sich aber ganz schnell auch wieder verflüchtigen konnte. Ganz anders nebenan: Mile machte kurzen Prozess und erzielte das 1:0 für die 3., was auch seine 100%-Ausbeute in dieser Saison fortschrieb. Etwa eine halbe Stunde später entwickelte sich die Sache für uns erfreulich: Martin S., Kurt, Udo und Alex standen gut. Jörg hatte einen Mehrbauern, allerdings in unklarer Stellung bei gegnerischem Läuferpaar.  Nach etwas über 2 Stunden war an Brett 4 Feierabend. Martin M. einigte sich mit seinem Gegner auf Remis. Alex hatte einen gesunden Mehrbauern und stand klar besser, Martin S. und Kurt hatten weiterhin leichten Vorteil. Sorgen machte ich mir inzwischen bei Jörg, der in starken Angriff geriet. Allerdings hatte Udo Initiative entwickelt und beherrschte den Gegner. Unter dem Strich: Wir lagen auf Kurs.

Nach 2 1/2 Stunden der Rückstand, Jörg musste die Segel streichen. Fast zeitgleich das 2:0 für unsere 3. durch Thomas G. und es sah vielversprechend aus. Nur wenig später holte sich Udo einen entscheidenden Materialvorteil am Damenflügel und glich für uns aus. Durchatmen. Zwischen „sieht richtig gut aus“ und „der Punkt ist im Sack“ ist halt doch ein kleiner Unterschied. An der Entschlossenheit der 3. ließ sich derweil nicht ernsthaft zweifeln, 3:0 durch Thomas H., gefolgt von Remis durch Kai-Uwe bei praktisch gleichzeitigem Sieg von Matthias, wonach für unser Kollegen die Sache schon gelaufen war. Jetzt ging es da nur noch um „schön“ oder „richtig schön“.

Anders bei uns. Nach über 3 1/2 Stunden hatte Kurt ein Remis erreicht. Eine Weile später folgte Jochen, dessen junger Gegner ihm einiges Kopfzerbrechen bereitete. Gewinnversuche boten sich nicht ernsthaft an, eher stand der Gegner etwas besser. Angesichts der verbliebenen 3 Bretter, an denen eigentlich nichts anbrennen sollte, war die Annahme des Remisangebots vernünftig. 2,5:2,5 nach knapp 4 Stunden. Bei uns wurde es nun richtig zäh.

Derweil bekam „richtig schön“ bei der 3. Mannschaft durch die Niederlage von Johannes vorübergehend eine leichte Delle, die jedoch durch Siege von Peter und schließlich Arnd zum souveränen 6,5:1,5-Endstand überzeugend geglättet wurde.

Ein Wechselbad der Gefühle erwartete mich jedoch bei der Verfolgung unserer verbliebenen Partien. Alex‘ klarer Vorteil hatte sich in ein kräftiges Gegenspiel für den Gegner verwandelt. Dafür hatte sich Christoph so allmählich deutlichen Vorteil erspielt, was auch für Martin galt. Also scheinbar noch alles im grünen Bereich. Dann roch es bei Alex plötzlich sehr verdächtig, was allerdings auch für die Stellung von Christophs Gegner galt. Martin hielt seinen Vorteil fest und konnte sich einen Mehrbauern in einem schwierigen Endspiel sichern. Dann wechselte das Bild, Alex konnte sich wieder herankämpfen, was allerdings auch für Christophs Gegner galt. Nach mehr als 5 Stunden kam dann die Vorentscheidung zu unseren Gunsten. Christoph erzielte die Führung zum 3,5:2,5, nachdem sein Gegner nicht alle Drohungen bediente und ein Bauer durchlief. Diese wurde zwar kurz danach wieder egalisiert, weil Alex nach angestrengter Verteidigung doch nochmal falsch abgebogen war, aber in der verbliebenen Partie hatte Martin ein unverlierbares Endspiel mit Gewinnchancen. Er mühte sich noch redlich, aber zum vollen Punkt sollte es dann doch nicht mehr reichen. Egal, 4:4, Klassenerhalt nach über 6 Stunden harter Arbeit.

Es war ein sehr spannende Kampf, nach dem die Freude über den Klassenerhalt doch einen Wermutstropfen enthielt. Unsere Porzer Kollegen müssen die Regionalliga für eine Saison verlassen. Das ist angesichts der Vorgeschichte sehr schade, aber bei der Truppe ist der sofortige Wiederaufstieg eher zu erwarten als einfach nur möglich.

Für uns ist eine schwierige Saison glimpflich zu Ende gegangen. Es ist uns gelungen, in den entscheidenden Kämpfen gegen unsere Konkurrenten um den Klassenerhalt zu punkten und zudem einige unerwartete Mannschaftspunkte einzusammeln. Beinahe hätte das nicht gereicht, 10:10 war für die Klassenziel notwendig. Das zeigt, wie hart das Brot in der Liga doch ist. Lasst uns in der nächsten Saison weiterknabbern, macht doch Spaß!

Peter Graf

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