Klarer Sieg im Kellerduell – KKS 2 schlägt Godesberg 2 mit 19:13

Heute gab es eine Art déjà vu. Ziemlich genau vor einem Jahr, am 8.1.2017, standen sich die beiden Teams unter vergleichbaren Voraussetzungen gegenüber. Damals mussten beide gewinnen, um in Sachen Klassenerhalt den Anschluss nicht zu verlieren. Ein Jahr später hatten wir diese Situation wieder, dieses Mal mit uns in der etwas schlechteren Ausgangsposition. Wie in der Vorsaison waren wir allerdings in der komfortablen Lage, so ziemlich aus dem Vollen schöpfen zu können. Ich durfte mich wieder auf die Rolle des Mannschaftsführers konzentrieren und mir die Sache von außen ansehen.

Ein Unterschied zeichnete sich jedoch recht früh ab. Die Taktikfraktion legte bereits in der Eröffnungsphase los. Kurt verpasste seinem Kontrahenten nach knapp einer halben Stunde unter vorübergehendem Figurenopfer einen unansehnlichen Isolani auf d6 und Alex ließ es ein paar Minuten später auf f7 krachen. Sein Springer ramponierte in einem giftig vorgetragenen „Rentner“ die gegnerische Rochadestellung und eigentlich gab man keinen Pfifferling mehr auf die schwarze Stellung. An den übrigen Brettern sah es ausgeglichen bis gut aus, ich war also völlig entspannt.

Nach etwa einer Stunde kam es zum Friedensschluss an Brett 3. Martin M. hatte mit Schwarz recht schnell ausgeglichen und bot Remis an, was sein Gegner nach einigem Abwägen annahm. Insgesamt sah es gut für uns aus. Übergewicht bei Alex, leicht bessere Stellung bei Boris und Kurt. Ferner setzte auch Max so allmählich seinen Gegner unter Druck. An den anderen Brettern gab es zumindest keine Sorgen. So ging es eine Weile weiter. Max erhielt ein Remisangebot, was er mit Blick auf seine bequemere Stellung ablehnte. Kurt holte sich durch einen weiteren taktischen Trick die Qualität gegen einen Bauern. Allerdings hatte das Manöver einen Pferdefuß. Dieser hieß Bauer, stand auf b2 und wurde von einem Läufer auf f6 gedeckt. Christoph verlor derweil zwar einen Bauern, hatte aber genug Spiel, um sich deshalb Sorgen machen zu müssen. An Brett 1 steuerte Andreas auf eine vielversprechende Position zu. Der gegnerische König war in der Mitte verblieben und die Stellung öffnete sich so allmählich. Bei Martin S. an 2 wurde auf unterschiedliche Flügel rochiert, was die Kontrahenten zu Bauernmärschen inspirierte, wobei Martins Angriff etwas dynamischer wirkte. Die Sache entwickelte sich gut.

Gegen Ende der zweiten Stunde gab es wieder Taktik, Max opferte temporär einen Bauern für Angriff. Andreas‘ Gegner forcierte angesichts der drohenden Entkleidung seines Königs den Damentausch. Bei Alex fristete der gegnerische Lb7 ein eher trauriges Dasein. Der Kampf stand besser für uns, aber letztlich war noch nichts passiert. Aber plötzlich die Frage: Was iss’n hier los? An Brett 6, an dem Boris in aller Ruhe kleine Vorteile sammelte, krachte es plötzlich. Turmopfer des Gegners auf h3. Ratlosigkeit. Was mag der gemeine Kiebitz hier übersehen haben? Eigentlich kann das gar nicht gehen, oder? Korrekt, es war ein nicht berücksichtigter Zwischenzug, womit Boris dem taktischen Schlag den Zahn zog und uns die beruhigende Führung bescherte.

Christoph hatte sich inzwischen den Bauern zurückgeholt und eine völlig ausgeglichene Stellung erreicht. Für Andreas sah es nach einem erfreulichen „Knet-Endspiel“ mit Doppelturm plus gutem Springer gegen schlechtem Läufer aus. Der Kampf entwickelte sich nun deutlich zu unseren Gunsten. Max forderte nachdrücklich die Zinsen für seinen investierten Bauern. Die gegnerische Stellung bröckelte zusehends und klappte schließlich vollends zusammen, 2,5:0,5 für uns, etwas über 3 Stunden waren gespielt. Alex sammelte nun die schon vor etlichen Zügen angebotene Qualität ein, was den eingangs erwähnten traurigen Läufer auf b7 etwas fröhlicher werden ließ. Deutlich weniger fröhlich wurde die Lage des schwarzen Königs an Brett 2, wo Martin S. das höhere Tempo seines Vorstoßes nachwies. Während Kurt nun unter Rückgabe der Qualität den Spielstand auf 3:1 drehte, erzielte Martin praktisch zeitgleich das 4:1. Damit war das Ding eigentlich gelaufen, es ging nur noch um die Höhe. Da erwies sich Alex‘ Gegner als deutlich zäher, als es die Pfifferlings-Wetter vorgesehen hatten. Der ehemals traurige Läufer verließ seinen Stall und trotzte im Verbund mit der Dame Weiß ein Remis ab, freilich zum 4,5:1,5 und damit zu unserem Sieg. Nach weiteren zwanzig Minuten hatte Christoph ebenfalls das verdiente Remis im Kasten. Nun lief nur noch die Partie an Brett 1. Andreas hatte sich einen Mehrbauern geholt und stand vermutlich auf Gewinn. Es war allerdings nicht so ganz einfach. Dann ging der vielversprechende Freibauer auf der a-Linie verloren und es entstand ein Endspiel Turm + Springer gegen Turm. Hier griff der Gegner nicht mehr fehl und Andreas musste schließlich ins Remis einwilligen. Das dürfte ihn am meisten gewurmt haben. Für uns war das 5,5:2,5 aber ein richtiger Befreiungsschlag.

An keinem Brett verloren, die Chancen genutzt und wie in der Vorsaison einen direkten Konkurrenten geschlagen: Wir können nun nach drei, zum Teil unnötigen, Pleiten wieder deutlich optimistischer in die Zukunft blicken.

Peter Graf

 

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