Nervenzehrendes Spiel – KKS 2 gelingt 16:16 gegen DJK Aachen 3

Zum ersten Mal seit unserem Wiederaufstieg in die Regionalliga hatten wir am gestrigen Sonntag ein Heimspiel gegen die 3. Mannschaft von DJK Aachen und sahen uns ebenfalls zum ersten Mal keiner Übermacht gegenüber. Abgesehen von den ersten beiden Brettern waren die DWZ-Unterschiede gering, zum Teil hatten wir sogar die Nase vorn. Realistische Chancen auf etwas Zählbares am Ende des Tages waren also gegeben.

Zunächst war Torsicherung angesagt. Ziemlich schnell kam es zum Remis an Brett 2 bei Jochen und an Brett 5 bei Max, wo ein Spiel auf Sieg in der jeweils aktuellen Stellung mit Risiken verbunden gewesen wäre, 1:1 nach einer guten Stunde. Danach ließ man das Zwischenergebnis eine Weile in Ruhe. Das konnte ich von meinem Gegner nicht behaupten, der praktisch jeden meiner Züge umgehend beantwortete. Bis zum 16. Zug reichte ihm das Inkrement, danach wurde es nicht viel besser. Ich hatte das Gefühl, ununterbrochen am Zug zu sein, ohne irgendetwas herauszuholen. Für den üblichen Rundgang blieb keine Zeit, weil immer nur meine Uhr lief. So blieben mir die Umstände verborgen, unter denen wir in Rückstand gerieten. Plötzlich war jedenfalls bei Kurt Feierabend, der Gegner hatte klar entscheidenden Vorteil. Etwas später folgte das Remis von Udo in einem völlig ausgeglichenen Turmendspiel, 1,5:2,5 und nirgends ein deutlicher oder gar verwertbarer Vorteil in Sicht. Martin S. widerstand seinem prominenten Gegner, Martin M. hatte nach abgelehntem Remisangebot die bequemere Stellung, Boris stand etwas gedrückt und bei mir bestätigte hinterher die Engine mein Gefühl: +0,2 – nichts also.

Wieder war Ruhe auf der Anzeigetafel eingekehrt. Dann plötzlich ein Hoffnungsschimmer. Eine kleine taktische Wendung verwandelte ein eher ödes Doppelturmendspiel plus Springer beim Gegner und Läufer bei mir in ein Turmendspiel mit 4 gegen 3 Bauern zu meinen Gunsten. Das war nun überhaupt nicht mehr öde, dafür aber sehr herausfordernd für mich. Satte 37 Züge standen zwischen dem Bauerngewinn und dem Ausgleich auf der Anzeigetafel. Einige dieser Züge waren durchaus eine Herausforderung an die Nerven der Kiebitze, und zwar auf beiden Seiten.

Endlich war nun auch Zeit, mir die verbliebenen drei Begegnungen anzusehen. Bei Martin S. sah es nach einer wohl ausgeglichenen, aber doch ziemlich unklaren Stellung mit wechselseitigen Chancen aus, Martin M. hatte sich deutliche Vorteile erspielt, Boris hingegen war klar ins Hintertreffen geraten. Dann kam es an 1 zu einem Endspiel Turm und Läufer gegen Turm, in dem Martin S. mit schwindender Bedenkzeit die gegnerischen Drohungen nicht mehr parieren konnte. Erneuter Rückstand für uns. Martin M. konnte zwar nach Einsammeln diverser Bauern und anschließend des hilflos eingeparkten gegnerischen Springers zeitnah ausgleichen, aber das Endspiel in der letzten Partie mit Boris als unserem Hauptdarsteller sah doch eindeutig deprimierend für uns aus. Der freundlichste Aspekt dabei waren noch die ungleichfarbigen Läufer. Deutlich hässlicher war die Tatsache, dass der Gegner neben den beiderseits vorhandenden Türmen auch noch zwei Mehrbauern vorweisen konnte. Einer davon war so ein vorwitziger a-Bauer ohne jeglichen Gegenspieler, der gerne mal zu entscheidendem Materialgewinn durch erzwungenes Opfer führt. Um es mal platt zu formulieren: Boris hatte keine Chance, aber er nutzte sie. Nach etwas über 6 Stunden und einem vom Gegner vielleicht voreilig erzwungenen Turmtausch konnte er die Besonderheiten der ungleichen Läufer betonen und das nicht mehr erwartete Remis zum 4:4 bzw. 16:16 perfekt machen.

Das Ergebnis war unter dem Strich wohl ok, wenn auch am Ende glücklich. Wegen des gleichzeitigen und in der Höhe sensationellen Erfolges der Godesberger gegen Beuel war der Punkt ausgesprochen wichtig, um wenigstens noch ein kleines Polster nach unten zu bewahren. Mangelnde Kampfbereitschaft kann man uns jedenfalls nicht nachsagen.

Peter Graf

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