NRW-Meisterschaft mit Nelson, Anton und Victor

Wie Bonni bereits berichtete, haben es mit Nelson (U10) und Anton (U12) zwei unserer Nachwuchsspieler zur NRW-Meisterschaft geschafft. Mit im Auto und Zimmer hatten wir noch Victor Kruse, einen regelmäßigen Gastspieler von Sülz-Klettenberg, der es mit einer starken Leistung in der U14 auch geschafft hatte.
Dank Linus war die Zimmerbelegung schon einmal günstig für uns verlaufen, so dass wir einigermaßen entspannt für ausreichenden Schlaf sorgen konnten.

Anton und Victor war jeweils eine gewisse Nervosität anzumerken. Während man auf Mittelrhein noch gut vorne mitspielen konnte, wären auf NRW Plätze im Mittelfeld schon ein Erfolg.

Der Anreisetag verlief eher normal. Anton verlor (leider durch eine Unaufmerksamkeit nach erst verkorkster und anschließend wieder in gute Bahnen gebrachter Eröffnung)  die erste Partie gegen den hochfavorisierten Christian Gluma. Victor erzielte ein gutes Remis gegen einen 200 Punkte höher gerateten Gegner und zeigte, dass sein rasanter DWZ-Anstieg von 300 Punkten in einem Jahr nicht auf Zufällen beruht. Nelson war mit einem eher leichten Sieg noch nicht auf Betriebstemperatur.

Ab dem zweiten Tag ging es zur Sache. Mit 2 Doppelrunden für die U12er und drei Doppelrunden in der U10 stand eine harte Woche bevor, die sich jedoch durch viel Fußball, Tischtennis, Blitzschach, Russisch-Vokabeltraining (featured by Victor)  und das vom Orgateam der Meisterschaften toll organisierte Rahmenprogramm überhaupt nicht so anfühlte. An dieser Stelle vielen Dank und Hut ab vor der Schachjugend-NRW, die seit langem auf unzähligen Schachveranstaltungen tolle Arbeit leistet!

Anton gewann saubere Partien gegen die Spieler auf seinem Nievau und verlor gegen die favorisierten Spieler durch „überrespektinduzierte“ Unaufmerksamkeiten bei ansonstem guten Spiel. Die letzte Runde setzte er einen antontypischen Akzent und belästigte seinen Gegner fast 6 Stunden lang in zähem Enspiel mit Mehrqualität. Neu (in allen 7 Partien) war die sehr gute Zeiteinteilung, wodurch er über die gesamte Partie nichts anbrennen ließ.
Sämtliche Teilnehmer der insgesamt 9 stattfindenden Turniere mussten gut eine Stunde lang allein auf das Ende dieser Partie warten. Sie endete mit dem vierten Punkt für Anton und einem dadurch sehr guten Ergebnis. Nebenbei erwarte die ganze Turnierspitze mit Spannung den Ausgang dieser Partie, da Platz eins bis 4 hiervon abhingen. Die Profiteure gratulierten, die Leidtragenden jammerten einem erhofften Figureneinsteller nach, der ihnen bei zwei gegnerischen Springern im Endspiel gar nicht so unwahrscheinlich erschien.
Victor konnte nach einem etwas demoralisierendem  Verlust in der zweiten Runde 5 gute Partien liefern, die ihm schließlich einen Mittelplatz einbrachten, der sein rasant gewachsenes Nivau bestätigte. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen hätte das ein oder andere Remis noch zu einem Sieg gemacht und die Niederlage gegen den viel routinierteren Tabellendritten eventuell vermieden. Wir sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung!

Nelson gewann bis zur 5. Runde alles in typischem Stil („Nelson Style“), was, wie ich nicht müde werde zu betonen, auch seine Schattenseiten hat. Pädagogisch wertvoll gab es in Runde 6 dann einen klaren Rückschlag. Gegen das im letzten Jahr vom Blauen Springer Paderborn extrem schnell weiterentwickelte Talent Maurin Möller entwickelte sich die Stellung ungünstig und Maurin nutzte die positionelle Überlegenheit für einen schönes Figurenopfer, welches Nelson den ersten Verlust brachte.  Bei allem Respekt für die in diesem Alter ungewöhnliche Leistung des Gegners ein herber Rückschlag für unseren NRW-Meisuntter von 2016 und Vizemeister von 2017.

Am nächsten Tag in Runde 7 machte Nelson es endgültig spannend, indem er – völlig untypisch – durch ein einfaches Überlastungsmotiv eine Figur verlor. Jetzt hieß es „Zähne einsammeln und neu ausholen“, es gab noch zwei Runden, aber für einen Turniersieg mussten diese gewonnen werden. Hervorragende mentale Betreuung durch Papa Linus und ehrliche Zuversicht meinerseits waren nun die Mittel der Wahl. Ich war tatsächlich sicher, dass die Ausrutscher kein System hatten und  dennoch  erleichtert, dass es in Runde 8 wieder einen typischen Sieg nach „unforced error“ gab.

Runde 9 nahmen wir zum Anlass den Nelson-Style, um das Werkzeug „Druckaufbauen und verwerten“ bzw. „forcing errors“ zu erweitern. Eine Fähigkeit, die schon lange in ihm schlummert und nur auf Situationen wie in Runde 6 und 7 wartete, um geweckt zu werden. Mit einem schönen Angriffssieg machte Nelson den dieses mal mehr als je verdienten Titel des U10-NRW-Meisters klar!

Gratulation und weiter so auf der deutschen Meisterschaft!

 

 

 

 

 

 

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